April 1, 2021

Nun ist es also raus: jemand in deiner Familie ist dementkrank. Nach dem ersten Schreck hast du sofort begonnen, alles Notwendige einzuleiten und nach besten Wissen und Gewissen zu helfen.

Doch schon bald beherrschen auch andere Gedanken deinen Kopf: Was ist, wenn ich jetzt auch dement werde?

Ist Demenz vererbbar?

Zur Beruhigung: Die Medizin geht heute davon aus, dass nur etwa fünf Prozent aller Demenzen auf genetischen Dispositionen beruht, also vererbt wurden.

Zwar lässt sich der Demenz damit eine gewisse Erblichkeit nachsagen, dennoch sind sporadische, also plötzlich bzw. im Alter ab 65 auftretende Demenzen, die deutlich häufigere Variante.

Von „außen“ betrachtet, gibt es erst einmal keine Unterschiede. Die Symptome der verschiedenen Arten der Demenz sind gleich.

Will man genau wissen, ob es sich um eine vererbbare Variante der Demenz handelt, muss man tiefer forschen.

Die Genforschung hat beteiligte Gene identifiziert

Es gibt bestimmte Gene, die darauf hinweisen, dass eine Demenz vererbt wurde. Konkret haben Wissenschaftler dabei drei Gene identifiziert, die an der Entstehung einer Alzheimer Demenz beteiligt sind.

Weist eines dieser drei Gene - APP (Chromosom 21), Presenilin-1 (Chromosom 14) und Presenilin-2 (Chromosom 1) – eine Mutation auf, erkrankt man auf jeden Fall. Das bedeutet, dass ein erkranktes Elternteil die Chance erhöht, selbst an Alzheimer zu erkranken.

Gibt es eine Mutation in einem dieser Gene, werden die Betroffenen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkranken.

Im Verbund mit weiteren Genen, die ebenfalls bei der Vererbung der Demenz eine Rolle spielen, besteht hier ein hohes Risiko.

Demenz kann erblich sein!

Das bedeutet, dass Demenz schon dann erblich sein kann, wenn ein Elternteil daran erkrankt ist.

Sind Vater oder Mutter an Demenz erkrankt und liegt die Ursache nachweisbar in einem der drei dafür verantwortlichen Gene, beträgt die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer Demenz zu erkranken bereits 50 Prozent.

Fachleute sprechen bei der genetisch bedingten Ausprägung der Alzheimer Demenz von einer familiären Alzheimer-Erkrankung. So gesehen ist Demenz also in der Tat erblich.

Geringer Anteil vererbter Demenz

Aber Ruhe bewahren: Es gibt zwar Fälle, in denen die Alzheimer- und auch die Parkinson Demenz vererbt wurde, der Anteil an allen Erkrankten ist aber relativ gering.

Nach Angaben der Alzheimer Forschung Initiative e.V. sind nur ungefähr ein Prozent der Alzheimer-Erkrankten von einer erblichen Form der Demenz betroffen.

Hauptauslöser bleibt das hohe Alter!

Der hauptsächliche Auslöser einer Demenz ist und bleibt das hohe Lebensalter. Meist tritt diese Form erst ab dem 65. Lebensjahr auf.

Und selbst in der Gruppe der 65- bis 69-Jährigen sind nur ca. 2% betroffen. In der Gruppe der über 90-Jährigen sind es allerdings schon 35%.

Auch hier scheint eine Mutation eines Gens eine Rolle zu spielen. Die Veränderung des Genes Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) erhöht das Erkrankungs-Risiko, auch wenn es nicht zum sicheren Ausbruch führt.

Warum das hohe Alter einen so bedeutenden Faktor darstellt so ist, ist relativ einleuchtend: Diese „sporadische“ Demenz ist eine Art Verschleiß des Gehirns und daher nicht erblich.

Die häufig gestellte Frage, ob Vaskuläre Demenz vererbbar ist, kann so gesehen mit einem klaren „Jein“ beantwortet werden, denn sie beruht ja auf gefäßbezogene Risiken und Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetis oder Rauchen. Und die können bekanntlich vererbt werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass lediglich die frühe Demenz vererbbar ist, also eine Demenz, die bereits vor dem 65. Lebensjahr auftritt. Dabei sind in der Regel Verwandte ersten Grades betroffen, bei denen sich das Risiko zu erkranken vervierfacht.

Die „normale“ Demenz hingegen ist in aller Regel eine Alterserscheinung, der man aber durch frühzeitiges aktives Entgegenwirken begegnen kann.

Wie du dein Risiko minimieren kannst, erfährst du HIER.

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