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	<title>Abschieben Archive - Demenz Hilfe für Angehörige</title>
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	<description>Wir helfen Angehörigen dabei mit ihren Demenzkranken klar zu kommen.</description>
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	<title>Abschieben Archive - Demenz Hilfe für Angehörige</title>
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		<title>Demenz und Familie &#8211; Wer entscheidet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jan 2022 18:39:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagserfahrungenTraue dich, Entscheidungen zu treffen!Jürgen lebt nun schon einige Zeit, etwa zwei Jahre, bei uns. Er hat sich gut akklimatisiert, fühlt sich offensichtlich wohl. Man merkt zwar, wie seine Fähigkeiten Stück für Stück schwinden, aber er ist noch recht selbstständig, hat Kontakt zu anderen Bewohnern und genießt sein Leben.Auch wir [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-1781c59a6a9" style=""><span style="font-weight: normal;">Aus der Praxis – Jola’s Alltagserfahrungen</span></p><p data-css="tve-u-1781c59a6a9" style=""><br></p><h4 class="" style="">Traue dich, Entscheidungen zu treffen!</h4><p data-css="tve-u-17a149a4378" style=""><br><span style="font-weight: normal;">Jürgen lebt nun schon einige Zeit, etwa zwei Jahre, bei uns. Er hat sich gut akklimatisiert, fühlt sich offensichtlich wohl. Man merkt zwar, wie seine Fähigkeiten Stück für Stück schwinden, aber er ist noch recht selbstständig, hat Kontakt zu anderen Bewohnern und genießt sein Leben.</span></p><p data-css="tve-u-17a149a4378" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Auch wir von der sozialen Betreuung arbeiten gern mit ihm, denn durch seine umgängliche Art macht auch den anderen Bewohnern die Gruppenarbeiten noch mehr Spaß.</span></p><p style="" data-css="tve-u-17a149a8048"><span style="font-weight: normal;"><br>Doch nicht nur sein Naturell hilft Jürgen, auch die Tatsache, dass seine Schwägerin auch bei uns untergebracht ist, gibt bzw. gab ihm offenbar Sicherheit.</span><span style="font-weight: normal;">&nbsp;Denn nun verstarb die Schwägerin, sie war schon länger bettlägerig gewesen.</span></p><p style="" data-css="tve-u-17a149a900b"><br></p><p style="" data-css="tve-u-17a149aa417"><span style="font-weight: normal;">Der Tod wurde von allen Familienmitgliedern gefasst aufgenommen, da er seit &nbsp;Wochen erwartet worden war.</span></p><h4 class="" data-css="tve-u-17a14923ea1" style=""><br></h4><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17a1495d363">Wissen wir, was der Erkrankte will?<br></h5><p style="" data-css="tve-u-17a14999d72"><span style="font-weight: normal;"><br>Aus dieser Situation heraus ergab es sich, dass die Familie plötzlich überlegte, das Zimmer der Schwägerin weiter zu nutzen und Jürgen dort wohnen zu lassen. Hintergrund für diesen Gedanken war vor allem der bessere Blick in den Garten. Jürgen mag den Garten sehr und interessierte sich immer für Bäume.</span></p><p style="" data-css="tve-u-17a14999d74"><span style="font-weight: normal;"><br>Jetzt musste eine Entscheidung getroffen werden, Umzug ja oder nein. Natürlich,&nbsp; könnte man denken, wenn denn der Blick doch schöner ist, was spricht dagegen?</span></p><p style="" data-css="tve-u-17a14999d75"><span style="font-weight: normal;"><br>Schon brach eine Diskussion los, an der sich alle beteiligen wollten. Die Mehrheit der Familie schien dafür zu sein, es überwog der Gedanke, Jürgen es so schön wie möglich zu machen. Auch im Bereich der sozialen Betreuung wurde eifrig diskutiert, für und wider hielten sich die Waage.</span></p><h4 class="" data-css="tve-u-17a14923ea1" style=""><br></h4><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17a1497085b">Ist der erste Gedanke immer der richtige?<br></h5><p data-css="tve-u-17a149950ff" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Ich selbst war dagegen, denn mir erschien ein Umzug doch mit zu vielen Risiken behaftet. Wie würde Jürgen auf die neue Umgebung reagieren? Würde er den Weg in sein Zimmer noch finden? Und überhaupt, so oft hatte er sein Fenster auch nicht genutzt!</span></p><p data-css="tve-u-17a149950ff" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Aber wenn die Mehrheit dafür ist, dann soll es so sein. So sagte ich es der Tochter, die so ein bisschen die Sprecherin der Familie war. Ich gab ihr aber gleichzeitig den Tipp, sich zu Hause eine Pro-/Kontraliste anzufertigen, um dann noch einmal zu überprüfen, ob wirklich an alles gedacht wurde. Ganz sachlich sollte sie, vielleicht auch gemeinsam mit der Familie, einfach mal alle Argumente aufschreiben und gewichten. Am nächsten Morgen sollte dann endgültig entschieden werden.</span></p><h4 class="" data-css="tve-u-17a14923ea1" style=""><br></h4><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17a149b8de9">Sorgfältige Abwägung bringt Sicherheit<br></h5><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Am nächsten Morgen folgte dann die Entscheidung: Man hatte sich gegen einen Umzug entschieden. Der Stress des Umzugs, die möglichen Angstzustände bei der täglichen Suche des Zimmers wurden höher bewertet als der mögliche Gewinn an Lebensqualität durch den Gartenblick.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Ich war sehr froh über diese Entscheidung. Zum einen, weil ich genauso gedacht hatte, zum anderen, weil die Familie so einheitlich beschlossen hatte. Leider gibt es bei solchen Fragen immer wieder Streitereien, die sich dann auch auf die Bewohner und Pflegekräfte übertragen. Das hilft wirklich keinem!</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17a149ca9da">Passe deine Entscheidungen der Situation an!<br></h5><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Kurz nach dieser Entscheidung fühlte sich Jürgen plötzlich schlecht. Irgendetwas mit dem Magen. Erster Gedanke: Ihm ist nun doch der Tod der Schwägerin auf den Magen geschlagen. Dazu muss man sagen, dass er deren Tod vorher kaum wahrgenommen und dann schnell vergessen hatte.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Die Schmerzen wurden größer und sowohl die Pflegekräfte als auch die soziale Betreuung plädierten für die Überführung in ein Krankenhaus.&nbsp; Zu stark schienen die Schmerzen.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Allerdings hatte sich die Familie schon vorher für einen „friedlichen Tod“ im Bett seines Zimmers entschieden. Es sollten keine unnötigen lebenserhaltenden Maßnahmen eingeleitet werden.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Wieder war eine Entscheidung zu treffen, wieder wurde mit der Tochter eindringlich gesprochen. Aus unserer Sicht wäre ein Verbleib in der Residenz eine zu große Qual für Jürgen.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17a149fc130">Informationen erleichtern Entscheidungen<br></h5><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Glücklicherweise entschied sich die Familie sehr schnell dazu, Jürgen in ein Krankenhaus zu geben. Zum Glück! Es wurde ein schweres Problem mit der Galle diagnostiziert, sie musste schließlich entfernt werden. </span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;">Gut, dass Jürgen in ärztlicher Betreuung war! Gut, dass die Familie zu einer schnellen Entscheidung fähig war. Das lag übrigens auch daran, dass sich die Tochter mit diesem Thema näher beschäftigt hatte und so nicht nur „aus dem Bauch heraus“ entscheiden musste.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Jürgen kam schon nach kurzer Zeit wieder zu uns. Er hatte den Eingriff gut überstanden und war wieder ganz der Alte!</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Für mich war diese ganze Geschichte wieder ein Lehrbeispiel, wie wichtig fundierte Entscheidungen sind. Man sollte immer bereit sein, sich andere Meinungen anzuhören, sich mit einem Thema tiefer auseinandersetzen, nicht nur dem ersten Impuls zu folgen.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Gleichzeitig muss man auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Sowohl gegenüber dem demenziell Erkrankten als auch gegenüber den An- und Zugehörigen.</span></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Gerade wenn es um hilflose Menschen geht, sollte eine abgestimmte und begründete Vorgehensweise immer an erster Stelle stehen!</span><br><br></p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Oft verheimlicht, aber brandgefährlich &#8211; Tablettensucht!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 10:32:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagserfahrungenOft verheimlicht: Tablettensucht!Immer wieder kommen neue Bewohner zu uns ins Heim, jeder ist in einem anderen Stadium, hat eine andere Geschichte und braucht deshalb auch ganz individuelle Hilfe.Vor nunmehr drei Monaten erschien das Ehepaar Maria und Paul bei uns, beide 80 Jahre alt. Vom ersten Augenblick an sehr nette und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-1781c59a6a9" style=""><span style="font-weight: normal;">Aus der Praxis – Jola’s Alltagserfahrungen</span></p><h4 class="" style=""><br></h4><h4 class="" style="" data-css="tve-u-17c5a41885b">Oft verheimlicht: Tablettensucht!</h4><p style=""><br>Immer wieder kommen neue Bewohner zu uns ins Heim, jeder ist in einem anderen Stadium, hat eine andere Geschichte und braucht deshalb auch ganz individuelle Hilfe.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Vor nunmehr drei Monaten erschien das Ehepaar Maria und Paul bei uns, beide 80 Jahre alt. Vom ersten Augenblick an sehr nette und freundliche Menschen. &nbsp;Sofort voll integriert, jeder Mitbewohner wird immer freundlich gegrüßt, beide ganz offen für das neue Heim. Auch wenn beide anfangs glaubten, sie würden in einem Kurhaus leben….</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Maria stand noch ganz am Anfang der Demenz, sie nahm also das meiste Geschehen noch ganz bewusst war. Natürlich merkte man schon, dass die Demenz einsetzte und immer stärker wurde. So fand sie oft die Toilette nicht, sie zog sich immer wieder aus und rief nach ihrem Mann, der in einem anderen &nbsp;Zimmer wohnte.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17c5a4380f9">Einbildung von Krankheiten</h5><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Allerdings sitzt sie im Rollstuhl, läuft nur je nach Tagesform. Manchmal ist das den ganzen Tag lang so. Sie könnte also laufen, will es aber nicht immer tun. Auch das ist eine ganz typische Erscheinung bei dementiell erkrankten Personen.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Schon zu Hause hatte sie sich so verhalten, schon dort zeigte sie diese Erscheinungen. Das war für Paul unzumutbar, so dass schließlich die Kinder die Entscheidung zum Umzug trafen.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Paul war beim Einzug und ist auch heute noch gar nicht richtig dement, leidet allerdings unter leichten psychischen Störungen. Das äußert sich z.B. dadurch, dass er meint, sein rechter Arm sei nach einem Unfall - den es allerdings nie gegeben hat - gelähmt und nur noch bedingt funktionsfähig.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Das Öffnen eines Yoghurtbechers bereitet ihm extreme Schwierigkeiten, obwohl jede Untersuchung zeigte, dass alle Funktionen eigentlich nicht eingeschränkt sein.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17c5a45a860">Residenz oft eine gute Entscheidung!<br></h5><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Auf dem ersten Blick ein fröhlicher, immer gut aufgelegter, oft scherzender Mann. Dennoch war es für ihn auch sehr wichtig mit in die Residenz zu ziehen. Alleine zu Hause wäre er hilflos.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Manchmal unvorstellbar für die Angehörigen, denn bis zuletzt hatte Paul sich rührend um Maria gekümmert. Aber diese Zeit war sehr belastend für ihn, so dass die Entscheidung, beide in die Residenz umziehen zu lassen, unabdingbar war.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Wie gesagt, trotz der beschriebenen Probleme, die ja wirklich nicht untypisch sind, ein offenes und freundliches &nbsp;Paar.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Dennoch mit einer ganz besonderen Geschichte.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17c5a478810">Wenn Medikamente außer Kontrolle geraten...<br></h5><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Vor einigen Jahren wurde bei Maria Arthrose diagnostiziert. Sie bekam Schmerzmittel verschrieben, die sie viele Jahre regelmäßig einnahm. Und nicht nur das. Sie brauchte immer mehr und bat ihren Mann große Mengen Schmerzmittel zu besorgen, was dieser auch tat.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Die Folgen waren vorhersehbar und verheerend: Maria wurde stark Medikamentenabhängig, verzehrte täglich mehrere Schachteln der klassischen, frei verkäuflichen Schmerzmittel und bekam einen riesigen, irreparablen Magentumor, den sie bis heute in sich trägt.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Diese Sucht ist fürchterlich, der Süchtige verlangt ständig nach mehr und wird dadurch immer kranker. Tatsächlich war die Sucht schon viele Jahre bekannt, der Tumor hingegen wurde erst kurz vor dem Einzug in die Residenz entdeckt.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Hinzu kommt bei beiden eine Alkoholsucht. Schon morgens wird&nbsp; Wein getrunken und den ganzen Tag über immer wieder ein Schluck genommen. Besonders Maria kann sich diesem Drang nach Alkohol&nbsp; nicht widersetzen.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17c5a4b0186">Die Angehörigen sind hilflos<br></h5><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Den drei Kindern, die sehr häufig Besuche abstatten, sind diese Probleme bekannt und bewusst. Aber was sollen sie tun? In der Vergangenheit haben sie offenbar versucht auf die Eltern Einfluss zu nehmen, aber nun haben auch sie aufgegeben. Sie sind aber offen, immer im Dialog und vertrauen uns, dem betreuenden Personal.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Und das ist auch gut so. Die Lebenssituation von Maria und Paul war zuhause nicht mehr tragbar. Beiden hätten sich gegenseitig zerstört.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Die Kinder waren sehr vorsorglich, ihren Eltern einen Platz in einer Residenz zu organisieren. Hier können sie mit ihren Lastern leben – aber kontrolliert. Hier bekommen sie Unterhaltung, Versorgung und Pflege, was in ihrem eigenen Haus wahrscheinlich Stück für Stück verloren gegangen wäre.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Zudem können auch die Süchte der beiden viel besser kontrolliert und eingedämmt, wenn auch nicht komplett gestoppt werden.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">So erhält Maria, wenn sie wieder den Drang nach Medikamenten verspürt, nur das, was sie wirklich braucht. Ansonsten &nbsp;wird sie mit Placebos versorgt, was sie wieder ruhig stellt und zufrieden macht.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style="">Der Alkoholkonsum konnte stark eingeschränkt werden. Zum einen ist Paul nicht mehr so mobil, kann also weniger einkaufen, zum anderen hat er es auch in vielen Gesprächen gelernt, mehr auf den täglichen Konsum zu achten.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Die beiden fühlen sich nun sehr wohl bei uns, nehmen an vielen Gruppenangeboten teil, sind voll akzeptiert und leben ein recht zufriedenes Leben.</p><p data-css="tve-u-17c5a41cd1b" style=""><br>Auch für die drei Kinder, &nbsp;alle um die fünfzig, war der Schritt des Umzugs, und damit der Reduzierung der Verantwortung, unglaublich wichtig. So können sie immer noch sehr nahe bei den Eltern sein, sind aber gleichzeitig befreit von der schweren Belastung, die die häusliche Pflege immer mit sich bringt.<br><br></p><p data-css="tve-u-17a149b7a25" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Und täglich grüßt&#8230;.!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 16:07:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagserfahrungenUnd täglich grüßt…In unser unserem Alltag in der Residenz passieren jeden Tag neue, manchmal unglaubliche Dinge. Es gibt keinen Tag wie den anderen, immer wieder dürfen wir uns auf Unerwartetes einstellen.Mit Gelassenheit reagieren - auch wenn's schwer fällt!Wir haben dafür eine gewisse berufliche Gelassenheit entwickelt und können so auf jede [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-1781c59a6a9" style=""><span style="font-weight: normal;">Aus der Praxis – Jola’s Alltagserfahrungen</span></p><h4 class="" style="" data-css="tve-u-17865204828"><br>Und täglich grüßt…</h4><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>In unser unserem Alltag in der Residenz passieren jeden Tag neue, manchmal unglaubliche Dinge. Es gibt keinen Tag wie den anderen, immer wieder dürfen wir uns auf Unerwartetes einstellen.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1786520703f">Mit Gelassenheit reagieren - auch wenn's schwer fällt!<br></h5><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Wir haben dafür eine gewisse berufliche Gelassenheit entwickelt und können so auf jede noch so überraschend Situation angemessen reagieren.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Das unterscheidet natürlich eine professionelle Betreuung von der Pflege zuhause. Was einen dort evt. verrückt macht bzw. zum Wahnsinn treibt, ist für uns tägliche Übung.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Das Schöne dabei ist, dass wir aufgrund der täglichen Übung in der Lage sind, das „Drama“ zu reduzieren und die ganze Sache mit einer Brise Humor zu betrachten. Denn das ist tatsächlich machbar, bei aller Empathie und emotionaler Verbundenheit mit den Bewohnern.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Besondere Situationen, die uns immer wieder zum schmunzeln bringen, ergeben sich derzeit mit zwei Herren, die nun schon seit über einem halben Jahr bei uns sind.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17865209cf4">Auch in Heimen kann man Freundschaften schließen!</h5><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Gerd, 82, Witwer und Hans, 84, ebenfalls Witwer haben sich schnell angefreundet. Beide wohlsituiert und mit sehr gutem, höflichen Benehmen. Echte Gentlemen!</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Man trifft sich beim Essen, wandert gerne gemeinsam durch den Garten und sitzt vor gemeinsam im Fernsehraum. Und natürlich gibt es auch viel Gesprächsstoff. Manchmal sogar sehr viel….</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Gerade neulich begab es sich, dass die beiden wieder unterwegs waren.<br>Plötzlich fiel es Gerd ein: „ Ich glaube, meine Tochter hat den Autoschlüssel für mich beim Empfang abgegeben.“ Darauf Hans: „Dann müssen wir wohl dort hingehen!“</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Gesagt getan. Beide steigen in den Fahrstuhl und begeben sich ins Erdgeschoss zum Empfang.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Auf die Anfrage nach dem Autoschlüssel, bekommen die beiden ganz freundlich und routiniert die Information, dass dort nichts abgegeben wurde. Die Damen beim Empfang kennen natürlich solche Anfragen und wissen, dass nichts dahinter steckt. Dennoch behandeln sie jede Abfrage respektvoll und geben dem Fragenden ernstgenommen zu werden.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Gerd und Hans nehmen die Info zur Kenntnis und fahren zufrieden mit dem Fahrstuhl wieder in die obere Etage.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Dort angekommen, steigen sie aus und bleiben einen Augenblick stehen. „Nun werden sie bestimmt zum Essen gehen“ denke, denn es war ja schon die Zeit dafür. Aber ein kurzes Gespräch konnte ich noch hören: „Ich glaube, meine Tochter hat den Autoschlüssel für mich beim Empfang abgegeben.“ Darauf Hans etwas unsicher: „Waren wir da nicht gerade?“ Klare Antwort von Gerd: „ Nein!“<br>„Na gut, dann müssen wir da jetzt hin!“<br></p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style="">Gesagt getan, beide steigen wieder in den Fahrstuhl und sausen zum Empfang.<br>Das Ergebnis war natürlich das gleiche. Auch diesmal werden sie sehr freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass hier kein Schlüssel läge. Kein Problem, beide steigen wieder in den Fahrstuhl.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Ich war gerade in einem anderen Zimmer, so dass ich das weitere Geschehen der nächsten Minuten nur vom Empfang gehört habe. Sie riefen mich an, nachdem sie von Hans und Gerd acht Mal aufgesucht und befragt worden waren! Jedes Mal die exakt gleichen Worte, jedes Mal die exakt gleiche Reaktion. Und das alles völlig friedlich und unaufgeregt.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-17865219a45">Freundliche Ablenkung hilft!</h5><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Aber natürlich musste das mal ein Ende haben und außerdem war ja Essenszeit. Also schnappte ich mir die beiden und führte sie in unseren Speiseraum. Sobald das Essen auf dem Tisch stand, war der Schlüssel sofort vergessen und kein Thema mehr.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Zum Glück gab es direkt nach dem Essen weiteren Gesprächsstoff!</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>„Ich gehe jetzt in mein Zimmer, meine Frau wartet dort auf mich!“, so Gerd. „Deine Frau ist doch gar nicht da“, antwortet Hans. Klare Antwort: „Doch! Ich gehe da jetzt hin!“. Hans ist verunsichert “OK, dann komme ich mit, aber dann gehe ich in mein Zimmer, vielleicht ist meine Frau ja auch da!“</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Und wieder marschieren die beiden zusammen in Richtung Gerd‘s Zimmer.<br>„Oh, sie ist doch nicht hier“ sagt Gerd, „vielleicht sind sie ja bei dir!“</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Und so kommt es wie es kommen muss. Mehrmals werden die Zimmer gewechselt und jedes Mal mit Erstaunen festgestellt, dass die Damen wohl nicht da sind. Einige Male habe wir die beiden gewähren lassen.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1786521f168">Wichtig: Akzeptiere die "eigene Welt" der Erkrankten!</h5><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>In solchen Fällen ist es wichtig, nicht zu schnell dazwischen zu gehen. Es gibt Fälle, bei denen die Erkrankten dann sehr traurig oder manchmal auch aggressiv werden. Denn in ihrer eigenen Welt ist alles OK so wie es ist. Man sollte sie nicht stören. In diesem Moment war genau das das richtige und wichtige für die beiden.</p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br>Wenn man denkt, eine Unterbrechung des Tuns sei wichtig, sollte man zumindest eine Alternative bieten. Genau das haben wir dann getan. Wissend, dass beide gerne die Nachrichten schauen, gaben wir den Hinweis, dass es nun soweit sei.<br>Das hielten die beiden für eine gute Idee du so führten wir sie zum Fernsehraum, wo sie gemütlich den Nachmittag verbringen konnten.<br><br></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Walther geht fremd!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 15:33:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jola's Alltagsgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagsgeschichtenWalther geht fremdWalther, 82, sehr dement, körperlich nur wenig eingeschränkt. Seit einem halben Jahr wohnt er nun bei uns. Ein großer, stattlicher Herr der sich schnell integriert hat und auch mit seinen „Spezies“ gerne mal einen Plausch hält und gemeinsame Spaziergänge unternimmt.Auf diesen Spaziergängen gibt es immer etwas zu entdecken [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p>Aus der Praxis – Jola’s Alltagsgeschichten</p><h4 class="" data-css="tve-u-1782c60691f" style=""><b>Walther geht fremd</b></h4><p style="" data-css="tve-u-1782c608458"><b></b><br></p><p data-css="tve-u-1782c41ea32" style="">Walther, 82, sehr dement, körperlich nur wenig eingeschränkt. Seit einem halben Jahr wohnt er nun bei uns. Ein großer, stattlicher Herr der sich schnell integriert hat und auch mit seinen „Spezies“ gerne mal einen Plausch hält und gemeinsame Spaziergänge unternimmt.</p><p data-css="tve-u-1782c41ea32" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5ff4e7" style="">Auf diesen Spaziergängen gibt es immer etwas zu entdecken und meistens gibt es danach viel zu erzählen. Manchmal, besonders wenn Walther alleine unterwegs ist, kommt er in Begleitung der Polizei nach Hause. Das passiert immer dann, wenn er etwas orientierungslos wirkt oder auch mal vergisst, im Laden seine Zeitung zu bezahlen.</p><p data-css="tve-u-1782c5ff4e7" style=""><br></p><h5 style="" class="" data-css="tve-u-1782c429274">Die Umgebung passt mit auf!</h5><p data-css="tve-u-1782c41bd90" style=""><br></p><p style="" data-css="tve-u-1782c41a3fb">Alles kein Problem, denn die umliegenden Geschäfte und Tankstellen kennen ihn schon und rufen dann meistens bei uns an.</p><p data-css="tve-u-1782c5fb8cc" style="">Klingt alles eigentlich ganz lieb und harmlos. Aber in Walther stecken auch ungeahnte Kräfte und ein auf den ersten Blick nicht sichtbares Aggressionspotenzial.</p><p data-css="tve-u-1782c5fb8cc" style=""><br></p><h5 style="" class="" data-css="tve-u-1782c43ad5c">Potenzielle Aggressivität ist nicht sofort erkennbar!</h5><p data-css="tve-u-1782c436d6b" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c440d88" style="">So kann es vorkommen, dass eine Mitbewohnerin, die etwas zu dicht an ihm vorbeigeht oder mit dem Rollstuhl vorbeirollt, urplötzlich mit dem Gehstock attackiert wird. Das gibt zumindest einen großen Schreck, manchmal kommt es auch zu kleineren Verletzungen.</p><p data-css="tve-u-1782c440d88" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c43f05f" style="">Oder auch bei den Mahlzeiten passieren unglaubliche Dinge. Walther möchte als erster bedient werden. Pöbelnd und mit dem Stock fuchtelnd, verleiht er regelmäßig seinem Wunsch Ausdruck.</p><p data-css="tve-u-1782c43ce4e" style=""><br></p><p style="" data-css="tve-u-1782c445de2">Wir müssen also immer auf der Hut sein und immer ein Auge auf ihn werfen. Denn wenn wir schnell dazwischen gehen und beruhigend auf ihn einreden, nimmt er sofort Abstand, wird ruhig und entschuldigt sich aus tiefstem Herzen.</p><p data-css="tve-u-1782c444e67" style=""><br></p><h5 style="" class="" data-css="tve-u-1782c44f20a">Plötzliche Ausbrüche</h5><p data-css="tve-u-1782c444e67" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5f4cda" style="">Seine Ausbrüche kommen genauso schnell wie sie wieder gehen.</p><p data-css="tve-u-1782c5f4cda" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c450311" style="">Walther ist immer wieder für eine Überraschung gut. Vor zwei Wochen gab er uns ein neues Beispiel seiner Kreativität.</p><p data-css="tve-u-1782c450311" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c454d1a" style="">Schon seit einigen Wochen beklagte er immer wieder, dass er kein eigenes Badezimmer besäße – was natürlich nicht stimmt. So meinte er, er müsse sich entsprechend umsehen, damit er Toilette und Bad benutzen kann.</p><p data-css="tve-u-1782c454d1a" style=""><br></p><p style="" data-css="tve-u-1782c45b654">Regelmäßig wird er also von den Bewohnern, in dessen Zimmern er sein Glück versucht, darauf aufmerksam gemacht, dass er sich wohl irre. Und dann kann es wieder ganz schnell zu aggressiven Ausbrüchen kommen. Glücklicherweise drücken die Bewohner in der Regel auch den Schwesternnotruf, so dass wir sehr schnell zur Stelle sind und aufklären können.</p><p data-css="tve-u-1782c45a0ab" style=""><br></p><h5 style="" class="" data-css="tve-u-1782c467eb7">Manche Bewohner sind sehr kreativ...</h5><p data-css="tve-u-1782c45a0ab" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c46a1b6" style="">Nun begab es sich, dass Walther plötzlich verschwunden war. Da er ja sehr mobil ist, nichts Ungewöhnliches. Aber seine Jacke und sein Stock lagen noch an seinem Essplatz im Speiseraum und am Empfang hatte ihn auch niemand gesehen. Er musste also noch im Haus sein. Aber wo?</p><p data-css="tve-u-1782c46a1b6" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c46d10f" style="">Es war also nichts Dramatisches und so schauten wir einfach etwas genauer in einige offene Zimmer, immer die Privatsphäre unserer Bewohner achtend, aber Walter blieb verschwunden.</p><p data-css="tve-u-1782c46d10f" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c470bc9" style="">Nach ca. einer Stunde wollten wir es aber doch genauer wissen. Kurze Absprache mit den Kollegen, wer welchen Bereich intensiver absucht und schwärmten wir aus</p><p data-css="tve-u-1782c470bc9" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5b6f43" style="">Wir brauchten nicht lange suchen. Frohgelaunt, frisch geduscht und schick angezogen stand Walther plötzlich vor uns.</p><p data-css="tve-u-1782c5b6f43" style=""><br></p><h5 style="" class="" data-css="tve-u-1782c5b3a19">Nicht ungewöhnlich: Verwechselte Kleidung!</h5><p data-css="tve-u-1782c5a90bb" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5aa560" style="">Nur – die schicke Kleidung gehörte nicht Walther! Wir wussten sofort, in wessen Schrank er sich bedient hatte. Und wohl auch, wessen Badezimmer geentert worden war!</p><p data-css="tve-u-1782c5aa560" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5ecfe9" style="">Einerseits eine Geschichte zum schmunzeln. Aber wohlwissend, dass Walther die Sache wohl etwas anders sehen würde, mussten wir hier besonders sensibel reagieren.</p><p data-css="tve-u-1782c5ecfe9" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5c7ff5" style="">Hätten wir einfach geschimpft und ihn gezwungen, die Sachen wieder herzugeben, wäre Walther ganz sicher ausgerastet.</p><p data-css="tve-u-1782c5c7ff5" style=""><br></p><h5 class="" data-css="tve-u-1782c5ea2a9" style="">Reaktion muss immer der Situation angepasst sein!</h5><p style="" data-css="tve-u-1786504bfe4"><br></p><p data-css="tve-u-1782c5cba6e" style="">Also schnell überlegt und „Plan B“ ausgepackt. Seit einiger Zeit legt sich Walter nachmittags gerne mal für eine Stunde hin. Die Gelegenheit! Ein kurzer Blick auf die Uhr und ein kurzer Hinweis, dass es ja schon wieder 16.00 und damit Zeit für ein Schläfchen ist, sorgte gleich für Zustimmung.</p><p data-css="tve-u-1782c5cba6e" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c5d2321" style="">Das Austauschen der Bekleidung war also nur noch Formsache. Und Walther hat nie mehr danach gefragt.</p><p data-css="tve-u-1782c5d2321" style=""><br></p><p style="" data-css="tve-u-1782c5ce48e">Klingt vielleicht komisch, aber tatsächlich ein typischen, fast alltägliches &nbsp;Beispiel für das Thema „Validation“, dass in der Pflege und sozialen Betreuung ein Kernelement ist.</p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Gefahr für Leib und Leben &#8211; Falsche Geschenke für Demenzkranke können gefährlich sein!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 15:11:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagserfahrungenBrandgefahr!! Wie falsche Geschenke für Demenzkranke alle in Gefahr bringt!Ein Brand in einer Pflegeresidenz oder der Wohnung deiner Mutter ist ein Horrorszenario, das niemand erleben will. Es endet häufig tödlich oder hinterlässt nicht wieder gut zu machende psychische Schäden. Es gilt also, extrem vorsichtig zu sein und darauf zu achten, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-1781c59a6a9" style=""><span style="font-weight: normal;">Aus der Praxis – Jola’s Alltagserfahrungen</span></p><h4 class="" style="" data-css="tve-u-1786502cf2a"><br>Brandgefahr!! Wie falsche Geschenke für Demenzkranke alle in Gefahr bringt!</h4><p data-css="tve-u-1781c822c4f" style=""><br>Ein Brand in einer Pflegeresidenz oder der Wohnung deiner Mutter ist ein Horrorszenario, das niemand erleben will. Es endet häufig tödlich oder hinterlässt nicht wieder gut zu machende psychische Schäden. Es gilt also, extrem vorsichtig zu sein und darauf zu achten, dass es gar nicht so weit kommen kann!</p><p data-css="tve-u-1781c822c52" style=""><br>Zuhause fängt es also an. Der Demenzkranke wird „tüttelig“, verliert nach und nach die Übersicht über seine Handlungen und verwechselt diverse Geräte des täglichen Bedarfs.</p><p data-css="tve-u-1781c822c53" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c822c56" style="">Dabei kommt es oft zu lustigen Ereignissen, wenn z.B. sich der Erkrankte plötzlich mit Zahncreme das Gesicht eincremt oder die lange vermisste Brille in einem Schuh auftaucht.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca55763">Aus schmunzeln wird bitterer Ernst...</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style="">Doch manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Nämlich dann, wenn es gefährlich wird und die Person sich in tödliche Gefahr begibt, etwa wenn Socken auf dem Toaster getrocknet oder ein Wasserkocher auf der offenen Gasflamme erhitzt wird. Spätestens dann ist es Zeit, die Person vor sich selbst zu schützen – und auch deren Mitbewohner im Haus.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca59a03">Eine Residenz ist sicher!</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>In einer Residenz kann so etwas nämlich kaum passieren. Hier wird von vornherein darauf geachtet, dass die Ausstattung der Appartements dementengerecht und daher ungefährlich ist.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style="">Zusätzlich sind ständig Pfleger und Betreuer in der Nähe die ein Augenmerk darauf haben, dass Geräte, von denen eine solche Gefahr ausgehen könnte, gar nicht in der Nähe des Gefährdeten sind. Das gehört zur Selbstverständlichkeit bei allen professionellen Betreuern.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca5c735">Im Heim braucht es an nichts fehlen!</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Das heißt nicht, dass es den Bewohnern an irgendetwas fehlen wird. Ganz im Gegenteil. Anders betrachtet, und so spreche ich auch oft zu „meinen“ Bewohnern, können sie sich doch diesen Aufenthalt wie eine Kur vorstellen: Man wird ständig umsorgt, bekommt viel Zuwendung und braucht sich um nichts Lästiges zu kümmern.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Doch was nützt all die Vorsorge und Vorsicht, wenn einige Angehörige meinen, sie müssten sich durch noch weiter gehende Zuwendungen auszeichnen. Es ist manchmal nicht zu fassen, mit welcher Ignoranz wichtige Grundregeln zum Schutz der Bewohner durch ebensolche übermäßige aber letztendlich dumme und falsche Fürsorge ausgehebelt wird.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca5eff9">Die Angehörigen bringen die Bewohner in Gefahr!</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>So will der Sohn von Marianne, 89 Jahre alt und dement, immer wieder seine Mutter mit elektrischen Geräten aller Art eine Freude machen. Tatsächlich finden wir immer wieder neue Toaster, Eierkocher, Campingkochplatten und - man glaubt es – selbst eine kleinen mobilen Backofen in ihrem Zimmer. Unfassbar! Das sind keine Geschenke für Demenzkranke!</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Grundsätzlich kann man festhalten, dass Kochen keine sinnvolle Beschäftigung für Demenzkranke darstellt. Vielmehr gehört es zu den gefährlichen Tätigkeiten, denn der Erkrankte kann die Gefahren durch scharfe Messer, heiße Herdplatten und &nbsp; mehr einschätzen.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca62b3f">Feueralarm!</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Unfassbar auch deshalb, weil regelmäßig das gleiche passiert: Feueralarm! Durch Vergesslichkeit und Falschbedienung fangen die Geräte an zu qualmen was aufgrund unserer sehr sensiblen Brandmelder sofort einen Feuerwehreinsatz auslöst.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style="">Im ganzen Haus wird das Personal durch optische und akustische Signale gewarnt und die Brandhelfer lassen alles stehen und liegen und eilen zu dem „Brandort“.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Gleichzeitig ist bereits Feuerwehr und Polizei alarmiert und kommen mit Blaulicht und Sirene mit mehreren schweren Fahrzeugen zu uns. Es könnte ja was schlimmes sein… Meistens qualmt „nur“ ein verbranntes Brötchen im Minibackofen von Marianne, dem Geschenk ihres Sohnes.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Marianne hat meistens nichts gemerkt, denn sie schlummert selig in ihrem Sessel. Zuerst erscheinen dann die internen Brandhelfer und sehen und beseitigen natürlich sofort die „Brandursache“.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style="">Wenn aber die Feuerwehr und die Polizei mit mehreren Männern lautstark trampelt ins Zimmer stürzen, ist der Schrecken auch bei Marianne groß. So etwas will man ihr nicht zumuten, aber die Feuerwehr muss prüfen, ob das Brötchen – bzw. das Geschenk des Sohnes von Marianne – wirklich die Ursache des Alarms ist.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca65a3f">Jeder Feuerwehreinsatz führt zu Verunsicherung und Angst!</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Was dann folgt, ist auch nicht lustig. Marianne muss nun ein Beratungsgespräch über sich ergehen lassen. Dabei wird sie über ihr Fehlverhalten und die daraus resultierenden Gefahren aufgeklärt. Viel verstehen und umsetzen kann sie naturgemäß nicht. Was bleibt ist Stress und Unruhe.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Auch der Sohn wird nach diesen Vorfällen natürlich angerufen und informiert. Leider sieht er sein Fehlverhalten nicht ein. Er sieht auch nicht die Probleme, die er damit seiner Mutter, den Angestellten der Residenz und nicht zuletzt auch allen Bewohnern aufbürdet. Denn natürlich erleben die anderen jeden Einsatz mit, bekommen Angst und stellen Fragen. Er geht sogar so weit, dass er achselzuckend die Einsätze privat bezahlt.</p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca67449">Unterstützung für Demenzkranke sieht anders aus!</h5><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br>Ihr seht, dass mich dieses Thema besonders berührt. Übertriebene Fürsorge hilft niemandem, besonders wenn sie zu solchen vermeidbaren Problemen führt. Wir freuen uns immer über mitfühlende und mitdenkende Angehörige. Denn dann entsteht ein starkes Vertrauensverhältnis, ein verständnis- und friedvolles Miteinander. Zum Wohle des Erkrankten!<br></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Essen will (wieder) gelernt sein!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 14:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jola's Alltagsgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagserfahrungenEssen will (wieder) gelernt sein!Eine unserer Bewohnerin ist mit ihren 81 Jahren schon sehr demenzkrank. Als sie vor ca. 1,5 Jahren zu uns kam, war ihr Zustand schon sehr schlecht. Sie konnte zwar den Gesprächen noch einigermaßen folgen und auch selbstständiges Essen war noch möglich. Aber ihre Erinnerungen waren schon [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p><span style="font-weight: normal;">Aus der Praxis – Jola’s Alltagserfahrungen</span></p><h4 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca9819d"><span style="font-weight: normal;"><br></span>Essen will (wieder) gelernt sein!</h4><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Eine unserer Bewohnerin ist mit ihren 81 Jahren schon sehr demenzkrank. Als sie vor ca. 1,5 Jahren zu uns kam, war ihr Zustand schon sehr schlecht. Sie konnte zwar den Gesprächen noch einigermaßen folgen und auch selbstständiges Essen war noch möglich. Aber ihre Erinnerungen waren schon weitgehend erloschen und auch das Gehen fiel ihr sehr schwer.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Die Familie war glücklich, sie nun in guten Händen zu wissen. Auch wenn jedem klar war, das sich der Zustand nicht verbessern würde, fühlte es sich doch für alle gut an, die Versorgung der Mutter gesichert zu sehen und sich gleichzeitig von einer großen täglichen Sorge zu befreit zu haben.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781caabc05">Die Betreuung im Heim tut allen gut - auch der Familie!<br></h5><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Die liebevolle Obhut, die auch für die Angehörigen unserer Bewohner spürbar ist, hilft, den Schritt von der häuslichen Pflege hin zum Pflegeheim für sich selbst zu akzeptieren und besser zu verarbeiten.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Waltraud war also nun bei uns, bekam ihr Zimmer und fügte sich allmählich in das Alltagsleben unserer Residenz ein. Sie fühlte sich offensichtlich pudelwohl und genoss die Gesellschaft der anderen Bewohner und unseres Teams.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Dennoch baute sie ziemlich schnell ab. Gehen konnte sie nach wenigen Monaten gar nicht mehr, sie war sehr schnell auf einen Rollstuhl angewiesen.<br>Auch das selbständige Essen fiel ihr zunehmend schwerer. Aufgrund der Demenz vergaß sie einfach, wie das geht.<br></span></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781cac3c94"><span style="font-weight: normal;"><br></span>Demenzkranke vergessen wie man isst</h5><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Waltraud war also auch bei diesem menschlichen Grundbedürfnis auf unsere Hilfe angewiesen. Zu den Essenszeiten holten wir sie ab und rollten sie zu ihrem Platz im Speiseraum.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Beim Essen wurde ihr von nun an geholfen. Das bedeutet, dass sich einer aus unserm Team ihrer annimmt, sich neben sie setzt und ihr Löffel für Löffel anreicht.<br>Für uns keine ungewöhnliche Entwicklung und auch eine sehr schöne Aufgabe, da man ganz automatisch mit der jeweiligen Person in nahen Kontakt tritt.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Auch Waltraud akzeptierte die neue Situation sehr schnell und genoss Unterhaltung und Gesellschaft. Auch natürlich keine echten Gespräche möglich sind, so freut man sich doch über jede kurze Antwort und jedes Lächeln.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Und dennoch ging es weiter bergab. Trotz dieser intensiven Betreuung und der positiven Resonanz vergaß Waltraud allmählich das schlucken. Sie machte den Mund zwar auch und ließ sich Nahrung zuführen, behielt dann aber das Essen einfach im Mund und schaute mich fragend an!</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Unglaublich, wenn man bedenkt, dass man die lebensnotwendige Tätigkeit „Essen“ sein gesamtes Leben völlig automatisch und ganz allein durchgeführt hat!</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781cad5793">Schluckbeschwerden können gefährlich werden!<br></h5><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Nun wurde es ein echtes Problem! Denn es droht unter diesen Umständen die Gefahr des Erstickens!</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Wenn so etwas vorkommt, müssen wir also schnell reagieren und die Nahrung wieder aus dem Mund entfernen. Wir probieren dann immer wieder, wie wir dem betroffenen Bewohner zum Essen bringen können, müssen aber sehr aufpassen.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Das Fatale ist, dass auch flüssige Nahrung nicht angenommen wird. Der Effekt ist der gleiche: Waltraud würde ersticken, der Schluckmechanismus will einfach nicht mehr!</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Natürlich werden solche Vorkommnisse bzw. Entwicklungen akribisch dokumentiert und sofort den Angehörigen mitgeteilt.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>In diesem Fall reagierten die Angehörigen sehr besonnen. Wir stellten ihnen natürlich alle Optionen die sich für einen Bewohner mit Schluckstörungen ergeben, ausführlich dar. Mehr zu diesen Optionen findest du im Artikel „XXX“.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Die Angehörigen jedenfalls entschieden sich dazu, Waltraud nicht unnötig mit Maßnahmen zu belasten. Infusionen zum Erhalt des Flüssigkeitshaushalts wurden zugestimmt.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Letztendlich war diese Entscheidung schon eine Art von Abschied.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>So lag Waltraud also in ihrem Zimmer am Tropf. An Aufstehen oder Gesellschaft war nicht mehr zu denken. Sie war zu sehr geschwächt.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Dennoch wollten wir nicht aufgeben. Waltraut wirkte noch so wach und voller Lebenslust. Ihre Augen und ihre wenigen Worte, die sie ab und zu sagte, zeigten uns, dass sie noch längst nicht aufgegeben hatte!</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781caea1ac">Jede Ablenkung verschlimmert das Problem!<br></h5><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Also war es nun an uns, dafür zu sorgen, dass Waltraud wieder essen möchte.<br>Unsere Idee war es, Waltraud von allen möglichen Ablenkungen, die es selbst in einem so kleinen Speiseraum mit nur ca. 10 Plätzen gibt, fernzuhalten. Wir hatten die Vermutung, dass Waltraud sich einfach nicht genug auf das Essen konzentrieren konnte und die Hoffnung, dass durch mehr Ruhe beim Essen auch die Schluckfunktion wieder aktiviert werden könnte.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Also ließen wir ihr die Mahlzeiten in der Küche passieren und brachten ihr&nbsp; das Essen in dieser Form in ihr Zimmer. Dort sorgten für eine sehr ruhige, angenehme und liebevolle Atmosphäre. Das Anreichen des Essens konnte hier also noch entspannter und völlig ohne jeden äußerlichen Einfluss versucht werden.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Und siehe da: Die ersten kleinen Erfolge ließen nicht lange auf sich warten! Stück für Stück, Löffel für Löffel, Woche für Woche lernte Waltraud wieder zu schlucken! Sie kam auch nach einigen Monaten wieder zu Kräften! Was für eine riesige Überraschung auch für ihre Familie!</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Selbst das gemeinsame Essen im Speiseraum ist wieder möglich. Natürlich wird das Essen weiterhin angereicht und manchmal hat sie auch kleine Schluckstörungen.</span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Dennoch ist Waltrauds Leben wieder ein Stück lebenswerter geworden. </span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"></span><br></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;">Weitere Infos zum Thema "Essen mit Demenzkranken" findest <a href="https://demenz-und-du.de/das-selbstaendige-essen-faellt-immer-schwerer-so-kannst-du-helfen/" target="_blank">HIER</a>.<br></span></p><p data-css="tve-u-1780da12697" style=""><span style="font-weight: normal;"><br></span></p><p><br><br></p><p><strong><br></strong></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
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		<title>Der Sterbeprozess bei Demenz &#8211; Abschied ohne Schrecken!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 13:53:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jola's Alltagsgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagsgeschichtenWie der Tod den Schrecken verliertIngeborg, 89, lag im Sterben in einem Krankenhaus. Kein schöner Gedanke, das wünscht sich niemand. Die Familie war tief traurig. Die immer so lebensfrohe Ingeborg sollte nicht in diesem kalten Klima voller Technik, Schläuchen und fremder Menschen sterben. Das wäre nicht ihr Wunsch gewesen.Was tun?Die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p>Aus der Praxis – Jola’s Alltagsgeschichten</p><h4 class="" style="" data-css="tve-u-1782c73e67c">Wie der Tod den Schrecken verliert</h4><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br>Ingeborg, 89, lag im Sterben in einem Krankenhaus. Kein schöner Gedanke, das wünscht sich niemand. Die Familie war tief traurig. Die immer so lebensfrohe Ingeborg sollte nicht in diesem kalten Klima voller Technik, Schläuchen und fremder Menschen sterben. Das wäre nicht ihr Wunsch gewesen.</p><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br>Was tun?</p><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1782c750035">Die Familie sollte gemeinsam entscheiden</h5><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br>Im Familienrat wurde beschlossen, eine andere Lösung zu finden. Doch was gibt es für Alternativen. Schnell war die Idee geboren, ein schönes Zimmer für Ingeborg in unsere Residenz zu mieten. Auch wenn nicht ganz klar war, ob Ingeborg diesen Aufwand überhaupt bewusst erleben und genießen könnte. Aber egal, das war es dieser wunderbaren Familie wert!</p><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br>So wurde uns Ingeborg also als palliativ vorgestellt. Wir richteten ihr zusammen mit Ihrer Familie ein schönes Zimmer ein, dekorierten mit Blumen – denn das mochte Ingeborg immer so gerne! – Fotos und ihren Lieblingsmöbelstücken.</p><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style="">Ingeborg bekam von alledem nicht viel mit. Auf einiges wurde in Erwartung des nahen Todes verzichtet. So blieben die Schränke leer. Ein bisschen Unter- und Nachtwäsche sollte für die verbleibende Zeit reichen.</p><p data-css="tve-u-1782c73bf67" style=""><br></p><h5 class="" data-css="tve-u-1782c76bbb6" style="">Die Liebe der Familie war spürbar</h5><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Nichtsdestotrotz pflegten und betreuten wir Ingeborg in der gewohnten Weise. Vielleicht sogar etwas intensiver, denn diese wunderbare Fürsorge und Liebe der Familie motivierte uns noch mehr.</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Es ist schon ein sehr großer Unterschied zu einem Krankenhaus. Dort kann man gar nicht die Fürsorge für jeden einzelnen Menschen aufbringen. Es gibt gar keine Zeit dafür, die Aufgaben sind völlig andere. Und natürlich sind die Pfleger und Krankenschwestern in Kliniken auch nicht auf basale Stimulation, längere Gespräche oder ähnliches eingerichtet.</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Und dann geschah etwas Unerwartetes: Anstatt weiter dem Tod entgegen zu dämmern, verbesserte sich Ingeborgs Zustand zusehens! Nach zwei Wochen sprach sie wieder mit uns, nach drei Wochen konnten wir sie wieder mobilisieren!</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1782c79f406">Manchmal geht es unerwartet wieder aufwärts!</h5><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c770806" style="">So konnte wir Ingeborg in ihrem Rollstuhl umherfahren, durch den Garten gehen und sie an unseren Gruppenprogrammen teilnehmen lassen.</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Die Freude bei Ingeborg war riesengroß – und unsere natürlich auch! Niemand hätte diesen Effekt für möglich gehalten. Die Familie war fassungslos und unendlich glücklich! Es war so schön, Ingeborg wieder reden und lachen zu sehen!</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Sie wurde wieder so stabil, dass wir sogar an einem schönen sommerlichen Tag gemeinsam einen Ausflug in einen naheliegenden Park machen konnte. Es war eine große Freude, sie interessiert umher schauend im Rollstuhl durch den Park zu schieben.</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1782c7ac8bf">Chips und Schokolade?? Macht nichts!!</h5><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Als wir an einem Supermarkt vorbeifuhren, kam ihr plötzlich ein für mich ganz unerwarteter Gedanke. „Lassen Sie uns doch mal einkaufen gehen!“, so kam es aus ihrem Munde.</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c770806" style="">Also: gesagt getan. Wir betraten den Supermarkt und führen durch die Gänge. Und plötzlich merkte ich, dass Ingeborg einen Wunsch hatte. Ihre Augen leuchteten, als wir bei den Chips vorbeigingen. Auf meine Frage, ob Lust auf etwas salziges hätte, kam ein klares „Ja, gerne!“. Also haben wir schnell eine Tüte Chips gegriffen. Weiter gings durch den Markt. Und diesmal leuchteten die Augen bei der Tafelschokolade. Ein klares Signal – auch die wird gekauft!<br>Anschließend zurück in den Park. Zeit für ein Picknick!</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Auf einer Bank in der Sonne sitzend, genoss Ingeborg ihre Leckereien – und wurde dabei immer „gesprächiger“. Das heißt, kurze Antworten auf meine Fragen, einzelne Worte zum schönen Park und zu ihrem leckeren Essen. Einfach schön, sie wieder so lebendig zu sehen! Ingeborg war glücklich!</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Natürlich erzählte ich ihrer Familie von diesem Erlebnis. Sie freuten sich alle zusammen so sehr über dieses kleine Glück!</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1782c7d1067">Ein würdevoller Abschied</h5><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Zwei Monate später starb Ingeborg. Friedlich eingeschlafen in ihrem schönen Zimmer. Genauso hatte sie sich ihren Tod vorgestellt, sagte die Familie immer wieder.</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br>Auch dieser fürsorglichen Familie war anzumerken, wie dankbar sie für diesen würdevollen Abschied von ihrer Mutter, Schwiegermutter und &nbsp;Großmutter war. Alle waren sehr froh, gemeinsam alles richtig entschieden zu haben!</p><p data-css="tve-u-1782c770806" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782c770806" style="">Hilfe bei der Entscheidung bietet dir die Webseite der <a href="https://www.dgpalliativmedizin.de/" target="_blank" class="" style="outline: currentcolor none medium;">deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin</a>, die dich mit vielen wertvolen Tipps unterstützt.<br><br></p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br><br></p><p style="" data-css="tve-u-1781c551262"><strong><br></strong></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><p>Der Beitrag <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-hilfe-fuer-angehoerige/der-sterbeprozess-bei-demenz/">Der Sterbeprozess bei Demenz &#8211; Abschied ohne Schrecken!</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-hilfe-fuer-angehoerige">Demenz Hilfe für Angehörige</a>.</p>
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		<title>Du darfst loslassen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 13:29:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagserfahrungenDu darfst loslassen! So lernst du zu vertrauen!Frau K. 92, mitteldement, sehr stur aber sehr mobil. Nach langem hin und her und sehr viel Streitigkeiten entscheidet sie sich, in eine Stiftung zu ziehen. Eine große Umstellung sowohl für sie als auch für Ihre Tochter Birgit.Das schlechte Gewissen plagt...Ihre Tochter hat [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p data-css="tve-u-1781c59a6a9" style=""><span style="font-weight: normal;">Aus der Praxis – Jola’s Alltagserfahrungen</span></p><h4 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca918f7"><br>Du darfst loslassen! So lernst du zu vertrauen!</h4><p style="" data-css="tve-u-1781ca73b6e"><br></p><p data-css="tve-u-1781c59d7d1" style=""><span style="font-weight: normal;">Frau K. 92, mitteldement, sehr stur aber sehr mobil. Nach langem hin und her und sehr viel Streitigkeiten entscheidet sie sich, in eine Stiftung zu ziehen. Eine große Umstellung sowohl für sie als auch für Ihre Tochter Birgit.</span></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca756cc"><br></h5><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca9492e">Das schlechte Gewissen plagt...<br></h5><p data-css="tve-u-1781c59d7d1" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c57f897" style=""><span style="font-weight: normal;">Ihre Tochter hat ein sehr schlechtes Gewissen, obwohl ihr – rein logisch betrachtet – klar ist, dass es genau so sein muss.</span></p><p data-css="tve-u-1781c57f897" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Sie sieht jedoch, und das ist ganz typisch für viele Angehörige, die Demenz nicht in dem Ausmaß, wie sie wirklich ist. In ihr keimt immer noch die Hoffnung, dass ihre Mutter wieder gesundet und alles so wird wir früher.</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Es folgen viele beruhigende und klärende Gespräche zwischen Birgit und mir, bis Birgit die Problematik erkennt und einigermaßen zur Ruhe kommt. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie sich schon selbst dermaßen mit Selbstvorwürfen überhäuft, dass sie kaum noch schlafen kann. Sie hält sich für schlecht, wie kann man nur die eigene Mutter abschieben??</span></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca7729d"><br></h5><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca96855">Durch Gespräche Vertrauen aufbauen!<br></h5><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Nach vielen aufklärenden Gesprächen hat schlussendlich ein Wandel stattgefunden. Sie kommt nun nicht mehr täglich, wie sie es anfangs für absolut notwendig hielt, sondern nur noch einmal die Woche. Wie schön! Es kehrt Ruhe ein! </span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;">Frau K. wird ganz ruhig und gelassen, akzeptiert ihr neues Zuhause während ihre Tochter Birgit plötzlich merkt, dass sie auch ein Privatleben hat. Das tut ihr gut, und ihre Besuche sind viel kraftvoller und unterstützender als vorher.</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1781ca981bf">Zweifel bleiben...</h5><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Natürlich sind bei Birgit nicht alle Zweifel plötzlich nicht mehr vorhanden. Immer wieder kommen Zweifel auf, ob sie nun wirklich alles richtig gemacht hat. Kann es wirklich sein, dass ihre geliebte Mutter nie mehr die gleiche sein wird, wie sie sie ihr Leben lang an ihrer Seite hatte?!</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Manchmal kommt es ganz unerwartet zu belastenden Vorwürfen. Gerade neulich wunderte sich Birgit über unbekannte Telefonnummern, die vom Telefon ihrer Mutter angewählt worden waren. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass ihre Mutter diese Nummern gewählt hatte, denn diese verneinte dies. </span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;">Also fiel sofort der Verdacht auf andere Bewohner oder Personal. Dies war aus verschiedenen Gründen natürlich völlig ausgeschlossen. Ich musste in vielen Gesprächen Birgit überzeugen, dass ihre Mutter, immerhin früher Telefonistin, offenbar diese Wählversuche selbst initiiert hatte.</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br>Das ist eine ganz typische Beobachtung, die du vielleicht auch schon gemacht hast. Man will es einfach nicht wahrhaben, dass die eigene Mutter nicht mehr weiß, was sie tut. Hier helfen nur viele weitere Gespräche und Aufklärung zum Verlauf der Krankheit. &nbsp;</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;">Genau dafür bin ich und meine Kollegen in den Residenzen da: wir helfen tatsächlich sowohl den Bewohnern als auch deren Angehörigen!</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"></span><br></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;">Nutze die Möglichkeiten der Beratung in Heimen! Kümmere dich rechtzeitig um die Möglichkeiten, die dir offen stehen! Mache dir eine Checkliste, damit du nichts vergisst! Es sind doch viele kleine und große Schritte, die getan werden müssen.</span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"></span><br></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><a href="https://demenz-und-du.de/behalte-die-kontrolle-als-demenzkranker/" target="_blank" class="tve-froala" style="outline: currentcolor none medium;">HIER </a>wird kurz beschrieben, an was du alles denken musst, damit am Ende alle zufrieden sind und sich mit der Entscheidung wohlfühlen.</span><br></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br></span></p><p data-css="tve-u-1781c57cb10" style=""><span style="font-weight: normal;"><br><br></span></p><p style="" data-css="tve-u-1781c551262"><strong><br></strong></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><p>Der Beitrag <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-hilfe-fuer-angehoerige/du-darfst-loslassen/">Du darfst loslassen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-hilfe-fuer-angehoerige">Demenz Hilfe für Angehörige</a>.</p>
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		<title>Waltraud singt!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 12:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jola's Alltagsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Untermenü]]></category>
		<category><![CDATA[Abschieben]]></category>
		<category><![CDATA[Heim]]></category>
		<category><![CDATA[schlechtes Gewissen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus der Praxis – Jola’s AlltagsgeschichtenWaltraud singt!Es ist schon erstaunlich, wie manche unserer Bewohner wieder sprichwörtlich „auf die Beine „ kommen. Es macht uns immer wieder glücklich, wenn wir sehen, wie sich unsere Bemühungen auszahlen und den Erkrankten ein besseres Leben bescheren.Auch für die Familie ist es immer schön, wenn sie ihren Angehörigen wieder fröhlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="thrv_wrapper thrv_text_element"><p>Aus der Praxis – Jola’s Alltagsgeschichten</p><h4 class="" data-css="tve-u-178651626c9" style=""><b>Waltraud singt!</b></h4><p style="" data-css="tve-u-17865163770"><br></p><p data-css="tve-u-1782babe5d3" style="">Es ist schon erstaunlich, wie manche unserer Bewohner wieder sprichwörtlich „auf die Beine „ kommen. Es macht uns immer wieder glücklich, wenn wir sehen, wie sich unsere Bemühungen auszahlen und den Erkrankten ein besseres Leben bescheren.</p><p data-css="tve-u-1782babe5d3" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bac4ea5" style="">Auch für die Familie ist es immer schön, wenn sie ihren Angehörigen wieder fröhlich und unbeschwert erleben.</p><p data-css="tve-u-1782bac4ea5" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bac0091" style="">Bei unserer Waltraud, die mit 81 wieder das Essen lernte, war die Entwicklung besonders erfreulich. Sie tat nach einiger Zeit der Zusammenarbeit Dinge, die selbst wir nicht erwartet hätten.</p><p data-css="tve-u-1782bac0091" style=""><br></p><h5 class="" data-css="tve-u-1782bc659db" style="">Neue Lebenskraft durch Aktivitäten!</h5><p style="" data-css="tve-u-1782bc66e1b"><br></p><p data-css="tve-u-1782bc44d25" style="">Nachdem sie also anfangs weder gehen noch essen konnte und wir sie wieder dahin gebracht hatten, dass sie wieder am Leben teilnehmen und zumindest mit Anreichung wieder feste Nahrung zu sich nehmen konnte, kam es zum nächsten Schritt ihrer unglaublichen Entwicklung.</p><p data-css="tve-u-1782bc44d25" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bac76b4" style="">Wir bieten unseren Bewohnern eine Reihe von Freizeitaktivitäten. Darunter Dinge wie Sitzgymnastik, Gedächtnistraining, Spielerunden und eben auch gemeinsames Singen mit Demenz.</p><p data-css="tve-u-1782bac76b4" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bac9966" style="">Dazu laden wir unsere Bewohner ein, in einem gemütlichen Raum im Kreis zusammenzusitzen und Lieder zu singen. In aller Regel sind dies alte bekannte Volkslieder oder Schlager.</p><p data-css="tve-u-1782bac9966" style=""><br></p><h5 class="" data-css="tve-u-1782bc711be" style="">Dabei sein ist alles!</h5><p style="" data-css="tve-u-1782bc7241e"><br></p><p data-css="tve-u-1782bacb516" style="">Waltraud nahm gerne an diesen Veranstaltungen teil. Sie machte zwar nicht mit, aber sie saß gerne dabei und schaute zufrieden und interessiert zu. Ein Wort kam ihr dabei aber nicht über die Lippen.</p><p data-css="tve-u-1782bacb516" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782baccc5f" style="">Das ist nicht untypisch. Viele Bewohner sind einfach nicht mehr in der Lage, dem Rhythmus und den Texten zu folgen. Einige haben auch Scham und mögen kein lautes Singen. Dennoch ist die Teilnahme auch für sie eine willkommene Abwechslung für den Tag.</p><p data-css="tve-u-1782baccc5f" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bad1769" style="">Wir von der sozialen Betreuung schauen, wem welche Lieder und Melodien besonders gefallen und versuchen dann auch die Bewohner zum Mitmachen zu animieren. Selbstverständlich gibt es aber kleinen Zwang, jeder kann selber entscheiden, ob er mitmachen will oder nicht.</p><p data-css="tve-u-1782bad1769" style=""><br></p><h5 class="" style="" data-css="tve-u-1782bc8ed15">Denk' an die individuellen Vorlieben!</h5><p data-css="tve-u-1782bad1769" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bace298" style="">Bei Waltraud hatte ich nun das Gefühl, dass sie bei einem Lied noch aufmerksamer zuhörte als bei den andern.</p><p data-css="tve-u-1782bace298" style=""><br></p><p>Eines Tages, die Gruppe hatte sich gerade aufgelöst, weil es zum Essen ging, saß nur noch Waltraud in ihrem Rollstuhl im Raum.</p><p style="" data-css="tve-u-1782bae4226">Gerade wollte ich alles zusammenpacken, da kam mir in den Kopf, dass sie beim Lied „Die Gedanken sind frei“ immer besonders aufmerksam zuhörte.</p><p data-css="tve-u-1782bad54da" style="">Also setzte ich mich zu ihr und sprach sie an.</p><p data-css="tve-u-1782bad54da" style=""><br></p><p>„Sie mögen doch das Lied „Die Gedanken sind frei“ sehr gerne, oder?“ fragte ich. Ein Lächeln und ein bestimmtes „Ja“ bestätigten meine Annahme.</p><p>Also fing ich zu singen an. Nach wenigen Augenblicken begann auch Waltraud textsicher mitzusingen! Das hatte sie noch nie gemacht! Und so sangen wir beide die erste Strophe bis zum Ende und strahlten uns dabei an. Wie schön sie singen zu sehen!</p><p data-css="tve-u-1782bad7fdc" style="">Auch Waltraud war ergriffen. Tränen kullerten ihr über das Gesicht. Tränen der Freude!</p><p data-css="tve-u-1782bad7fdc" style=""><br></p><h5 class="" data-css="tve-u-1782bc9b88e" style="">Unendliche Freude kommt auf!</h5><p style="" data-css="tve-u-1782bc9c70f"><br></p><p data-css="tve-u-1782bae036a" style="">Wir saßen noch einige Minuten gemeinsam im Raum bevor ich sie dann zum Essen brachte.</p><p data-css="tve-u-1782bae036a" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bada74e" style="">Auch bei den folgenden Gesangsrunden war Waltraud natürlich gern dabei. Sie sang zwar nicht immer mit, aber hin und wieder bemerkte ich, wie sie doch ganz leise einige Texte mitsang.</p><p data-css="tve-u-1782bada74e" style="">Sie war also angekommen in der Gesangsrunde, das war das Entscheidende. Waltraud war in einem stabilen Allgemeinzustand.</p><p data-css="tve-u-1782bada74e" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bca53c9" style="">Dies ist wieder ein typischen Beispiel, wie sich ein an Demenz Erkrankter kurzzeitig &nbsp;wieder an Dinge der Vergangenheit erinnern kann. Dies sind tatsächlich nur Momentaufnahmen und man sollte niemals daraus schließen, dass sich der Gesamtzustand dauerhaft verbessern könnte.</p><p data-css="tve-u-1782bca53c9" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bca2a88" style="">Dennoch erleichtern und verschönern diese Momente das Leben aller Beteiligten.</p><p data-css="tve-u-1782bca2a88" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1782bca2a88" style="">Mehr zum Thema, wie Musik das Beisammensein verschönern kann, findest du im Artikel <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-und-musik-gute-unterhaltung-statt-streit-und-stress/" target="_blank">"Demenz und Musik"</a><br></p><p data-css="tve-u-1781c8883b7" style=""><br></p><p data-css="tve-u-1781c6c4d7f" style=""><br><br></p><p style="" data-css="tve-u-1781c551262"><strong><br></strong></p></div><div class="tcb_flag" style="display: none"></div>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><p>Der Beitrag <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-hilfe-fuer-angehoerige/waltraud-singt/">Waltraud singt!</a> erschien zuerst auf <a href="https://demenz-und-du.de/demenz-hilfe-fuer-angehoerige">Demenz Hilfe für Angehörige</a>.</p>
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