Heute schon gelacht???
Wahrscheinlich nicht…
Und das ist traurig.

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Demenzbetreuung Zuhause
Tipps für Angehörige von
Menschen mit Demenz
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Denn Lachen ist sooo wichtig.
Lachen – oder übersetzen wir es in diesem Zusammenhang einfach mal mit „positive, ausgeglichene Grundstimmung“ - ist einfach nur befreiend.
Und wenn du jetzt sagst, was redet die da, wie soll ich in meiner Situation als pflegender Angehöriger fröhlich sein, dann ist dieser Artikel genau für dich, denn er wird dir ein neues Denken ermöglichen und dir damit wertvolle Lebensenergie zurückgeben.
Oder aber du liest nicht weiter und verharrst in Trauer, Stress und ständiger Überforderung.
Entscheide dich!
Warum Freude und Lachen trotz der Herausforderungen der Demenzpflege unverzichtbar sind
„Ich gehe spazieren, es fängt an zu Regnen und ich lache.
Denn wenn ich nicht lachen würde, würde es trotzdem regnen!“
Ich liebe diesen Spruch, denn er zeigt ganz anschaulich, worum es eigentlich geht: Akzeptanz einer unveränderbaren Situation anstatt Hader und Selbstaufgabe!
In meiner langjährigen Erfahrung mit demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen habe ich unzählige Geschichten gehört, die mich berührt und bewegt haben. Eine Begegnung, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die mit einer Tochter, die mir erzählte, sie fühle sich schuldig, wenn sie lachte, während ihre Mutter litt.
Sie fühlte sich schuldig?
Für was? Was hat sie denn getan?
Doch es ist eine Tatsache: Diese Schuldgefühle sind weit verbreitet unter den Angehörigen von Demenzkranken.
Schuldig sein, obwohl man sich aufopferungsvoll um einen erkrankten Angehörigen kümmert?
Das darf doch nicht wahr sein!!
Denn wozu führt diese gnadenlose Selbstkritik?
Doch nur zur eigenen Schwächung, zu mangelndem Selbstwertgefühl, zu Stress und Freudlosigkeit, zu abnehmender Lebensfreude.
Steckst du auch in dieser Falle?
Ist es das wert?
Komme heraus aus dieser Falle!
Versuche, diese Gefühle zu hinterfragen und zu verstehen.
Und versuche vor allem, Wege aus dieser Falle zu finden.
Freude und Lachen sind trotz deiner Herausforderungen unverzichtbar.
Vor allem aber ist es essenziell, die Bedeutung von Resilienz in diesem Zusammenhang zu verstehen.
Ich mag diesen Begriff eigentlich nicht, aber er trifft exakt den Punkt:
Resilienz, aus dem lateinischen „Abprallen“, bezeichnet die Fähigkeit, Krisen durch Anpassung des persönlichen Verhaltens und Denkens zu bewerkstelligen.
Das Paradoxon der Freude in schweren Zeiten
Es mag paradox erscheinen, in einer Zeit, die von Leid und Herausforderungen geprägt ist, Freude zu empfinden und zu zeigen. Viele Angehörige glauben, dass Lachen und fröhliche Momente ein Zeichen von Gleichgültigkeit oder mangelnder Ernsthaftigkeit gegenüber der Situation seien. Doch das Gegenteil ist der Fall. Freude und Lachen sind keine Zeichen von Ignoranz, sondern von Lebenswillen und Resilienz.
Die Bedeutung von Resilienz
Resilienz, die Fähigkeit, trotz widriger Umstände psychisch gesund zu bleiben und sich immer wieder aufzurichten, ist eine wesentliche Eigenschaft, um der pysischen und psychischen Belastung bei der Pflege eines Angehörigen standzuhalten.
Wer das nicht schafft, ist verloren.
Diese Fähigkeit hilft nicht nur dabei, die Herausforderungen der Pflege zu bewältigen, sondern trägt auch dazu bei, das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit zu erhalten. Resilienz bedeutet, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, positive Aspekte zu sehen und aus Krisen gestärkt hervorzugehen. Freude und Lachen spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Lachen als Kraftquelle
Lachen ist eine der natürlichsten und effektivsten Methoden, um Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern. Es setzt Endorphine frei, die sogenannten Glückshormone, und reduziert das Stresshormon Cortisol. In stressigen Zeiten, wie sie die Pflege eines demenzkranken Angehörigen zweifellos mit sich bringt, kann Lachen eine wahre Kraftquelle sein. Diese positiven Emotionen stärken nicht nur das Immunsystem, sondern fördern auch die psychische Widerstandsfähigkeit.
Was hindert dich daran, mal wieder mit Freunden auszugehen, über andere Themen zu sprechen und herzhaft zu lachen?!
Oder etwas Lustiges im Fernsehen zu schauen?
Mangelnde Zeit oder schlechtes Gewissen?
Schuldgefühle hinterfragen
Die Tochter, von der ich eingangs sprach, fühlte sich schuldig, wenn sie lachte, weil sie die Abwesenheit ihrer Mutter bemerkte, die nicht fröhlich sein konnte.
Diese Schuldgefühle sind zwar verständlich, basieren sie doch auf angelernten Verhaltensmustern, basieren aber oft auf einem Missverständnis.
Freude zu empfinden und zu zeigen bedeutet nicht, dass man das Leiden des geliebten Menschen ignoriert oder nicht ernst nimmt. Vielmehr bedeutet es, dass man sich selbst die Erlaubnis gibt, inmitten der Schwierigkeiten Momente des Glücks zu finden.
Durch das Zulassen von Freude und Lachen stärkst du also dich als Mensch, was wiederum deiner Fähigkeit ein fürsorglicher Angehöriger zu sein zu Gute kommt.
Die Auswirkungen von Freude auf den Erkrankten
Interessanterweise – und das wird oft vergessen – profitiert meistens auch der demenzkranke Angehörige von deiner Freude und deine.
Positive Emotionen sind ansteckend!
In meiner Arbeit habe ich oft gesehen, wie ein einfaches Lachen oder ein fröhliches Gespräch das Gesicht eines demenzkranken Menschen zum Strahlen bringen kann. Diese positiven Interaktionen fördern auch die Resilienz des Erkrankten, denn es entsteht eine Atmosphäre des Wohlbefindens.
Hier ein paar Ideen, um Freude in den Alltag zu integrieren
1. Schöne Erinnerungen teilen: Erzähle Geschichten aus der Vergangenheit, die schöne Erinnerungen wecken. Alte Fotos, Lieblingslieder oder vertraute Gerüche können Wunder wirken und das emotionale Wohlbefinden stärken.
2. Kleine Freuden bewusst suchen: Sei es ein Spaziergang im Park, das gemeinsame Anschauen einer Lieblingssendung oder das Genießen einer Tasse Tee – kleine, positive Rituale können den Alltag aufhellen und die Resilienz fördern.
3. Soziale Kontakte pflegen: Freunde und Familie sind wichtige Stützen. Plane bewusst Zeit für soziale Aktivitäten ein, die dir Freude bereiten und dich auf andere Gedanken bringen. Soziale Unterstützung ist ein wichtiger Faktor für Resilienz.
4. Humor nutzen: Manchmal hilft es, schwierige Situationen mit Humor zu nehmen. Natürlich immer mit dem nötigen Respekt, aber ein Lächeln oder ein Scherz kann die Stimmung heben und die psychische Widerstandskraft stärken.
5. Zeit für sich selbst nehmen: Nimm dir bewusst Zeit für Aktivitäten, die dir Freude bereiten und dich entspannen. Ob Lesen, Sport oder ein Hobby – gönne dir diese Auszeiten ohne Schuldgefühle. Selbstfürsorge ist ein Schlüsselfaktor für Resilienz.
Denke also bei aller Fürsorge auch an dich selbst!
Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, insbesondere in der Pflege eines demenzkranken Angehörigen. Sich selbst zu erlauben, Freude zu empfinden und zu zeigen, ist ein wichtiger Teil dieser Selbstfürsorge. Es ist entscheidend, sich daran zu erinnern, dass deine eigene Gesundheit und dein Wohlbefinden die Basis dafür sind, dass du langfristig gut für deinen Angehörigen sorgen kannst.
Es gibt so viele pflegende Angehörige, die bis zur Selbstaufgabe schuften und auch noch meine, das wäre so genau richtig.
Gehöre nicht zu denen: Resilienz bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren.
Und dein eigenes Leben nicht zu vergessen.
Wenn du also das nächste Mal lachst, denke daran: Du tust etwas Gutes für dich und für deinen demenzkranken Angehörigen.
Lass die Freude zu, sie ist ein wichtiger Teil des Lebens – auch und gerade in schwierigen Zeiten.
